Tropes in Büchern: Alles, was du wissen musst!

 

In den letzten Jahren wird in der Bücherwelt immer mehr von Tropes geredet. Deswegen gucken wir uns hier doch mal an, was das eigentlich ist.

Und welche Book Tropes es gibt. Und warum immer mehr Verlage (aber auch Buchblogger und Vielleser) so gerne und viel von Tropes schreiben. Und überhaupt!

Wenn man nämlich erstmal seine liebsten Tropes gefunden hat, dann will man immer mehr…

Also los geht’s.

Inhalt: Alles über Tropes in Büchern

    Was ist überhaupt ein Trope?

    Der Begriff “Trope” kommt eigentlich aus dem Bereich der Rhetorik und Literatur, und Tropen sind literarische Stilmittel. Einer der bekanntesten “Tropen” ist zum Beispiel die Metapher.

    Aber: Mit “Tropes” wird bei Büchern heutzutage tatsächlich etwas ganz anderes gemeint. Tropes bei Büchern werden nämlich englisch ausgesprochen, es sind also “Book Tropes”

    Tropes bei Büchern sind typische Geschichtenverläufe, Handlungsstränge oder Themen und Motive.

    Tropes zeigen den Lesern, was sie von einem Buch (oder auch Film) erwarten können. Es gibt sogar immer mehr Leute, die ganz gezielt nach bestimmten Tropes suchen, wenn sie über neue Bücher recherchieren - dazu unten mehr.

    Vor allem im Bereich Fantasy, Romance oder Romantasy wird sehr viel mit Tropes gearbeitet, es wird aber auch immer öfter in anderen Genres benutzt.

    Interessanterweise bedeutet das Wort “trope” auch übersetzt aus dem Englischen “Klischee”, es ist also in gewisserweise ein klischeehafter Geschichtenverlauf. Allerdings ist das überhaupt kein bisschen negativ gemeint. Im Gegenteil.

    Die Leute lieben Tropes!

    Ein populäres Trope-Beispiel aus dem Romance- oder Fantasy-Bereich ist zum Beispiel “Enemies to lovers”, also eine Geschichte, in der zwei Charaktere, die sich erst als Feinde gegenüberstehen, mit der Zeit romantische Gefühle füreinander entwickeln. 

    (Zu den Listen kommen wir weiter unten, dort findest du viele typische Tropes aus dem Romance-Bereich, aus Romantasy und Fantasy.) 

    Warum jetzt so viele über Tropes sprechen

    Vielleicht ist dir aufgefallen, dass vor ein paar Jahren noch gar nicht so viele Leute von Tropes geredet haben. In den letzten Jahren ist es aber ziemlich viel geworden.

    Das hat viel damit zu tun, dass im Young Adult und New Adult Bereich einige bekannte Titel aus den USA gekommen sind und die Bezeichnungen dort übernommen wurden. Aber auch das Social-Media-freundliche “Kennzeichnen” von Büchern, was Tropes ja erlauben, ist ziemlich praktisch. Denn bevor man ellenlang erklären muss, was welcher Protagonist macht, kannst du jetzt einfach 

    Tropes können natürlich auch kombiniert werden - so werden einzigartige Geschichten geschaffen, bei denen man sowohl “ein bisschen” weiß, was einen erwartet, aber gleichzeitig auch überrascht werden kann von außergewöhnlichen Kombinationen.

    Trope vs. Subgenre: Was ist der Unterschied?

    Subgenres brechen die großen Genres (wie Krimi, Thriller, Liebesroman, …) noch einmal auf. Meist sind Subgenres relativ spezielle Unterkategorien und nicht einheitlich so benannt. 

    Das heißt, das Subgenres viel freier genutzt werden als die großen Genres - und auch immer häufiger welche dazu kommen. 

    Subgenres sind also mehr eine “Klassifizierung” des Buches, Tropes dagegen beziehen sich direkt auf die Handlung und die Motive, die in der Geschichte vorkommen.

    Beispiel für ein fiktives Buch:

    • Genre: Fantasy

    • Subgenre: High Fantasy

    • Tropes: Enemies to lovers, the quest, tournament, antagonist turned ally

    Du siehst also, dass Fantasy das Genre ist - aber innerhalb von Fantasy gibt es viele Subgenres wie zum Beispiel Urban Fantasy.

    Die Tropes dienen also der Handlung, das Subgenre gibt eher Hinweise auf die gesamte Gruppe, der die Geschichte angehört. Bei High Fantasy zum Beispiel ist von einer Welt die Rede, die “in sich geschlossen” ist und fantastische Elemente und magische Regeln hat - also nicht in unserer modernen heutigen Welt spielt. Dem gegenüber stehen Subgenres wie Urban Fantasy.

    Wieso verwenden die ganzen Verlage jetzt Tropes so viel in der Werbung und auf Social Media?

    Du hast bestimmt schon diese Bilder gesehen: Verlage bilden ein Buchcover nicht mehr nur mit Text ab, sondern drum herum sind Pfeile angeordnet, die dir zeigen, welche Tropes in einem Buch “drin stecken”.  Denn die Genres entwickeln sich immer weiter, und es gibt auch immer mehr Tropes.

    Weil gerade in den Bereichen Romance und Fantasy so viele neue Buchtitel erscheinen, kannst du so als Leser oder Leserin vorab überlegen, ob dich die Settings und Tropes auch wirklich interessieren.

    Und apropos Setting: Das ist nämlich auch so ein Begriff, dem du in diesem Kontext ständig begegnest.

    Tropes und Settings bei Büchern

    Oft werden Trope-Angaben in Büchern mit sogenannten “Settings” gemischt. Das ergibt dann zum Beispiel eine “Enemies-to-lovers Romance in süditalienischem Setting”. 

    An dieser Stelle könnte man meinen, dass eine solche Beschreibung eigentlich schon viel zu viel verrät - aber tatsächlich ist es ja, ähnlich wie bei Filmtrailern, so, dass man gerne wissen möchte, auf welche Art von Geschichte man sich einlässt, bevor man Geld ausgibt und Zeit investiert.

    Settings können alles von zeitlichen bis zu örtlichen Settings sein - aber sie beschreiben immer, in welchem Umfeld sich eine Geschichte abspielt.

    Und manchmal sind Settings sogar so beliebt, dass sie zu eigenen Tropes werden.


    Die beliebtesten Tropes bei Romance

    • Enemies to lovers: Erst sind sie Feinde, dann Liebende

    • Friends to lovers: Erst sind sie Freunde, dann verliebt

    • Best friend’s brother/sister: In den Geschwisterteil des besten Freundes oder der besten Freundin verliebt

    • Grumpy meets sunshine: Gut gelaunter Charakter trifft auf eher mies gelaunte Person

    • Opposites attract: Zwei gegensätzliche Menschen verlieben sich

    • Insta Love oder Love at first sight: Sofortige Anziehungskraft und Verlieben

    • Billionaire romance: Eine Romanze mit einem Milliardär/in

    • Millionaire romance: Eine Liebesgeschichte, in der eine oder ein Milliardär/in vorkommt

    • Miscommunication: Eine blöde Sache, die durch falsche Kommunikation zu einem großen Problem wird

    • Stuck together: Wenn man zum Beispiel in einem Aufzug stecken bleibt

    • Second chance: Die Liebe bekommt (oft unerwarteterweise eine zweite Chance)

    • Fake relationship: Eine Beziehung wird aus irgendeinem Grund vorgetäuscht

    • Wedding fever: Hochzeitsromanze

    • Dark secret: Eine Figur hat ein dunkles Geheimnis

    • Secret baby: Jemand weiß nichts vom Nachwuchs

    • Forced proximity: Durch äußere Umstände erzwungene Nähe

    • Marriage pact: Heirat aus anderen Gründen als Liebe

    • Working with the ex: Verflossene/r wird zum Arbeitskollegen oder -kollegin

    Die beliebtesten Tropes bei Romantasy

    Hier findest du alles darüber, was Romantasy überhaupt genau ist.

    • Fated mates: Zwei Charaktere, die durch Schicksal oder eine Vorsehung füreinander bestimmt sind

    • Beauty and the beast: Schönheit wird von wilder Figur entführt

    • Emotional scars: Charaktere haben dunkle seelische Wunden

    • Morally grey character: Figur ist nicht eindeutig gut oder böse, sondern vielschichtig

    • Who did this to you: Emotionale Wunden werden aufgearbeitet oder besprochen, Charaktere stellen sich ihren alten Traumata

    • Epic quest: Figur muss eine Aufgabe lösen, von der ein großes Schicksal abhängt

    • Political intrigue: Intrigen unter Mächtigen

    Die beliebtesten Tropes im Fantasy-Genre

    • The dark lord: Die Repräsentation des Bösen

    • Antagonist turned ally: Böse gezeichnete Figuren stellen sich als Helfer heraus

    • The quest: Aufgabe, die die zentrale Handlung in Gang setzt

    • Side quest: Kleinere Aufgaben, die für die große Aufgabe nötig sind

    • The lucky novice: Person, der trotz wenig Training oder Vorwissen ungewöhnliche Dinge gelingen

    • Damsel in distress: Prinzessin, die gerettet werden muss

    • Mentor: Figur, die als Helfer dient

    • Chosen one: Figur erfährt, dass sie oder er eine zentrale Rolle für die Welt spielt und auserwählt ist, meist durch einen Fluch, ein Ereignis oder eine Prophezeihung

    • Reluctant hero: Protagonist möchte das, was ihm oder ihr aufgetragen wird, eigentlich nicht

    • Training moments: Für große Kämpfe oder das Treffen mit den Antagonisten wird trainiert

    • Price for winning / Tournament: Spiele oder Turnier, bei dem es einen Preis gibt

    • The secret heir: Wichtige Person wächst abseits des königlichen Hofes auf


    Ich werde diese Liste natürlich weiterhin updaten.

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