Was ist ein “Shadow Daddy” in Büchern?

 

Okay, okay. Dies ist einer der interessanteren Blogartikel. 😊

Denn: Es geht um den sogenannten Shadow Daddy. Das ist ein Begriff, der dir bestimmt irgendwann über den Weg läuft, wenn du bei BookTok oder Bookstagram unterwegs bist.

Es gibt sogar eine ganze Liste zu Shadow Daddies bei Goodreads. Einzige Beschreibung: “iykyk”, kurz für: “If you know you know”.

Okay, also bringen wir mal Licht ins Dunkel.

Inhalt: Was ist ein Shadow Daddy?

    Was ist ein Shadow Daddy?

    Ein Shadow Daddy ist ein neuer Begriff aus Social Media und bezeichnet eine Art Charakter-Stereotyp, die vor allem im Bereich der Romantasy (eine Kombination aus Romance und Fantasy und übertrieben beliebt!) vorkommt.

    Der Name Shadow Daddy kommt natürlich von… TikTok und Instagram! Wer ihn erfunden hat, ist leider schwierig zurückverfolgen, weil das bei den meisten BookTok-Abkürzungen und Begriffen natürlich irgendwann von allen adaptiert wird.

    (Hier ist eine Liste von BookTok Abkürzungen.)

    Bei Social Media ist auf jeden Fall eine rege Diskussion am Gange, welche Book Boyfriends besonders beliebt sind - und eine Kategorie davon ist eben der Shadow Daddy.

    Was kennzeichnet einen Shadow Daddy?

    Ein Shadow Daddy ist eine Figur aus einem Roman (meist aus dem Romantasy-Genre), die bestimmte Eigenschaften hat - und fast immer ein sogenannter “Love interest” ist.

    Es gibt keine offizielle Definition, aber was die meisten gemeinsam haben:

    • Sie haben einen “düsteren”, aggressiven oder unnahbaren Auftritt, wirken oft auf den ersten Blick wie wenig sympathische Figuren, sind dann aber erstaunlich nette Menschen

    • Der typische Shadow Daddy hat auch Macht, sei es nun in Form von Magie oder politische oder finanzielle Macht

    • Sie haben einen ziemlich angsteinflößenden Vibe auf Außenstehende, sind aber gegenüber ihrer “found family” oder ihrer “love interests” extrem loyal und würden alles für sie tun (deswegen ja auch Romantasy!)

    • Sie sind oft “morally grey” oder haben komplexe Persönlichkeiten, sind also keine Teddybär-Charaktere, sondern haben einige Schichten, die sich oft erst über mehrere Bände in Serien entblättern

    • Auch ihr Aussehen ist oft direkt verknüpft mit dem Begriff: Sie haben Schatten um sich, mögen Schatten, werden oft so beschrieben, dass sie dunkle Haare haben

    • Meist sind sie auch in einer Umgebung zugegen, wo es dunkel ist, wie zum Beispiel Rhysand am Hof der Nacht (“Das Reich der sieben Höfe”)

    Die bekanntesten Bücher mit Shadow Daddies

    Du denkst: “Oha, da will ich mitreden können”?

    Dann voilá, hier findest du Beispiele von Büchern, in denen solche Typen vorkommen:

    • “Quicksilver” von Callie Hart: Hier ist Kingfisher sehr oft als Shadow Daddy bezeichnet worden

    • “Das Reich der sieben Höfe” von Sarah J. Maas: Rhysand, Cassian und Azriel werden als Shadow Daddies bezeichnet

    • Xanten aus “Forth Wing” von Rebecca Yarros ist auch oft dabei, wenn Leute darüber reden

    Kritik an der ganzen Sache

    Wie du überall bei BookTok und Co. sehen kannst, ist vieles im Bereich Tropes und Charaktertypen gewisser Kritik unterworfen. So auch der Shadow Daddy. 

    Vor allem wird kritisiert, dass im wahren Leben “düstere Charaktere” sich nie ändern würden - es sich also gewissermaßen eigentlich um toxische Figuren mit im “echten Leben” nicht tolerierbaren Verhalten handelt.

    Der moralische Aspekt der Kritik ist ziemlich interessant, denn es geht ja gerade nicht um echte Menschen, sondern Romanfiguren - noch dazu aus einem Subgenre der Fantasy.

    Auch dem Genre Krimi könnte man vorwerfen, dass das alles ziemlich düster und böse ist - was es ja auch ist. Und deswegen lesen es die Leute. Nicht, weil sie irgendwas davon im wahren Leben erleben wollen. Sondern um sich unterhalten zu lassen. Die meisten Leute fänden Shadow Daddies im wahren Leben wohl eher *problematisch*. Aber in Büchern sind sie gerade einfach extrem beliebt.

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